Nach den Philippinen habe ich Asien verlassen und bin nach Südafrika gereist, um meinen Sohn Teo dort zu treffen, bevor es nach Lateinamerika geht. Teo hatte ein Semester hier studiert und nach den letzten Prüfungen Zeit, um noch etwas das Land zu bereisen. Ich habe mich dem Roadtripp für zwei Wochen angeschlossen. Los ging es in Durban – erstmal ankommen und lokale Spezialitäten wie “bunny chow”, ein spezielles Curry im Toastbrot, probieren. Wir haben auf dem Hafengelände ein tolles soziales Projekt gefunden, wo junge Menschen künstlerisch gefördert wurden. Die Leute waren so nett, uns die Räumlichkeiten und viele tolle Kunstwerke zu zeigen.
In der Nähe von Durban gab es die Möglichkeit, mit Haien zu tauchen. Nachdem ich nun meinen Tauchschein hatte, musste das natürlich getestet werden. Wir konnten tatsächlich ein paar ragged tooth sharks und viele andere Fische sehen. Auf der Rückfahrt im Boot hat ein junger Wal mit Sprüngen auf sich aufmerksam gemacht. Wir konnten ihn später sogar von der Straße aus nochmal sehen auch mit einer Wasserfontäne zum Abschied.










Tiere sollten auch auf der weiteren Reise im Fokus stehen. Beim nächsten Stopp in St. Lucia weiter westlich wurden wir gleich vor in der Nacht randalierenden Hippos gewarnt. Wir haben keine im Ort gesehen, aber im angrenzenden Naturpark konnten wir Hippos und andere Tiere aus der Entfernung beobachten.










Der nächste Stopp war der Hluhluwe-iMfolozi Park, der uns empfohlen wurde. Der Park hat uns sehr gefallen, man kann auch gut mehr als einen Tag dort verbringen und viele Tiere sehen. Der Park ist vor allem für seine Nashörner bekannt, die man zum Beispiel im Kruger Nationalpark weniger sieht. Zum Schutz vor Wilderern wurden denen aber teilweise die Hörner abgenommen. Wir konnten einige sehen. Ein paar kämpften in der Herde und eine Mutti ist mit ihrem Jungen durch die Wiesen gewandert. Es gab aber auch viele andere Tiere. Einen Elefanten haben wir hier nur von Weitem gesehen. Zum Glück, denn andere Leute haben uns erzählt, dass sie von einem jungen Elefantenbullen verfolgt wurden und mit dem Auto flüchten mussten.
Auf dem Heimweg konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang bewundern und anschließend Bushbabys beim Abendbrot im Hotel. Es gibt viele Unterkünfte, bei denen man von einem Aussichtspunkt aus direkt die Tiere beobachten kann, was vor allem abends interesssant ist. Dass Elefanten wie bei uns direkt auf dem Nachbargrundstück alle Pflanzen zerstören, ist wohl eher nicht so üblich und einem defekten Zaun geschuldet gewesen. Aber es war sehr spannend zuzuschauen.














Mit dem Kruger Nationalpark hatten wir uns anschließend den größten und wohl auch bekanntesten Nationalpark ausgesucht. Der Park ist so riesig, dass man gut eine Woche dort durch die Gegend fahren und neue Landschaften und Tiere entdecken kann. Wir haben drei Tage dafür genutzt und auch direkt im Park in einem großen komfortablen Zelt mit richtigen Betten geschlafen. Aber es war sehr kalt nachts. Während die Temperaturen tagsüber angenehm zwischen 20 und 25 Grad lagen, ging es nachts runter auf unter 8 Grad. Zelten oder auch nächtliche Safaris im offenen Jeep können dann schon herausfordernd werden. (Es gibt natürlich auch andere Übernachtungsoptionen.) Aber die Natur und vor allem die vielen Tiere sind schon beeindruckend. Kaum waren wir im Park drin, haben wir schon Elefanten, Zebras und Giraffen gesehen, von den vielen Antilopenarten ganz zu schweigen. Die Leoparden konnten wir nicht ausfindig machen und Löwen haben wir nur aus größerer Entfernung gesehen, aber viele andere Tiere konnten wir doch aus überraschender Nähe beobachten. Oft sind sie einfach direkt vor uns über die Straße gelaufen oder am Straßenrand spaziert. Eine Hyäne hat direkt vor unserem Zelt gewartet, ob wir ihr etwas von unserem Grillzeug abgeben und ein Elefant hat direkt daneben gefressen – beide nur durch einen Zaun von uns getrennt. Für Vogelkenner ist der Park auf jeden Fall auch sehr spannend. Wir kannten uns da leider nicht so aus.
Eins unserer Highlights war auf jeden Fall ein Ausguck, von dem wir die Nilpferde beim Baden und Sonnen gemeinsam mit den Krokodilen beobachten konnten. Etwas weiter weg kam noch ein Elefant zum Trinken und Herden von Impalas. Ein Geier hat einige Vögel verscheucht und sich im Baum neben den Nilpferden niedergelassen und eine Schildkröte ließ sich auch ab und zu mal blicken. Man kann dort stundenlang sitzen und Tiere beobachten. Ansonsten fährt man stundenlang mit dem Auto durch die Gegend, was für mich doch eher ungewohnt war. Ich fand, drei Tage reichen, auch wenn wir nicht einmal die Hälfte des Parks abgefahren sind. Überrascht hat mich, dass es überall im Park Brandherde gab und teilweise richtig große Flächen abgebrannt sind. Aber das gehört wohl dazu und niemand kümmert sich um die Brände.






























Auf den Rückweg nach Johannesburg haben wir einen Umweg durch die Berge gemacht über eine schöne Passstraße mit Zwischenstopps für tolle Aussichten, Wasserfälle und Naturpools mit eiskaltem Quellwasser. Übernachtet haben wir im Hotel “Zur alten Mine”, das, wie der Name vermuten lässt, tatsächlich von Deutschen betrieben wird, mit frischem selbstgemachtem Käse und Sauerteigbrot sowie selbstgemachter Marmelade zum Frühstück. Da kam gleich ein bisschen Heimweh auf.














Ein paar Tage hatten wir uns für Johannesburg Zeit genommen. In Maboneng, was einmal für seine Kunst bekannt und bei Touristen sehr beliebt war, haben wir uns eine Unterkunft direkt neben einer Galerie gesucht. Das Viertel ist mittlerweile eher ein Partyviertel und nicht überall mehr so sicher für Touristen, aber wir hatten Glück und konnten uns nach dem Besuch in der Galerie nebenan einem Stadtführer mit einer kleinen Gruppe anschließen, die wir unterwegs getroffen hatten. Somit waren wir mit jemandem unterwegs, der sich gut auskannte, auch im Hinblick auf Sicherheit. Und natürlich konnten wir auch noch ein wenig über Hintergründe erfahren, den Ghandy-Platz mit Gandhis Büro und Mandelas Büro besichtigen. Uns wurde auch erzählt, dass gemutmaßt wird, dass ein lokaler Künstler, von dem hier auch Bilder zu sehen sind, sich eventuell hinter dem Label Banksy verstecken könnte.
Weniger Glück hatten wir mit der Nachtruhe, da gegenüber ein Club war, der uns die ganze Nacht mit Musik beschallte.




















Natürlich musste Teo mir auch noch seinen Campus zeigen, wo er studiert hat. In einem Gebäude für Ingenieur- und Geisteswissenschaften ist einfach so eine Orgel, komisch. Wir hatten Glück, dass Teos Lieblingscafé noch geöffnet war und noch leckere Torte und Kaffee hatte.
Den Abend haben wir dann in einem Jazz-Café um die Ecke von unserer Unterkunft mit Livemusik ausklingen lassen (zumindest ich).






Natürlich durfte für mich vor der Abreise ein Besuch beim Friseur nicht fehlen. Das war nicht so ganz einfach, aber Teos Studienfreund hat uns geholfen. So konnten wir uns auch in einem Viertel bewegen, das sonst eher nicht so sicher für Weiße ist. Das gleiche gilt für einen Ort, wo es typisches Braai (Grillen) gibt, was man in Südafrika natürlich auch unbedingt einmal gemacht haben muss (wenn man sich nicht gerade vegetarisch ernährt). Dort sind wir mit Teos Studienfreunden hingegangen und haben sogar zufällig seinen Professor dort getroffen. Wir waren die einzigen Weißen dort. Das ist schon ein komisches Gefühl. Aber alle waren super nett und wir hatten viel Spaß und leckeres Essen, bevor es am nächsten Tag für Teo nach Hause und für mich nach Ecuador ging.



